Clubtour nach Kärnten – Kurven und Mautstraßen.
MOTTO: „Auch der August darf nicht ohne Tour bleiben!“
Vom 10. bis 14. August 2026 machten sich Reini, Gerhard B., der 2-er Karl, Andi S., Susanne S., Michael G., Steffen und Erich auf, um Kärnten und die umliegenden Kurvenparadiese unter die Räder zu nehmen.
Fünf Tage, vier Nächte, rund 2.000 Kilometer – und die Erkenntnis, dass man auch im August problemlos jeden Abend Benzingespräche führen kann, ohne dass einem die Gesprächsthemen ausgehen.
Montag – Anreise mit Kurvenpflicht
Treffpunkt war um 09:00 Uhr bei der Raststation Guntramsdorf. Aufgrund des außergewöhnlich geringen Verkehrsaufkommens in Wien waren wir alle erstaunlich frühzeitig vor Ort. Andi war natürlich schon da. Seine bekannte Fähigkeit, Treffpunkte grundsätzlich mit großzügigem Zeitpolster anzufahren, konnten wir diesmal trotzdem nicht toppen.
Nach kurzer Begrüßung und einem schnellen Überblick ging es bei traumhaftem Wetter und angenehmen Temperaturen los.
Schließlich hatten wir uns für die rund 450 Kilometer lange Anreise vorgenommen, nicht einfach nach Kärnten zu fahren, sondern möglichst jeden Pass und jede brauchbare Kurve mitzunehmen. Autobahn kann schließlich jeder.
In Neunkirchen war daher Schluss mit der Autobahn und wir tauchten in das Wechselgebiet ein. Der Feistritzsattel bildete den standesgemäßen Auftakt.
In Birkfeld war die erste Pause angesagt – nicht zuletzt, weil Andi noch ein kleines Problem mit dem Luftdruck zu lösen hatte. Danach ging es über Geistthal, Judenburg, den Grattinger Sattel und Hochrindl, weiter entlang des Millstätter Sees bis nach Flattach.
Nach dem obligatorischen Manöver „Bier“ stand dem Bezug unserer Unterkunft im Flattacherhof nichts mehr im Wege.
Der erste Tourtag war damit erfolgreich absolviert. Kilometer gemacht, Kurven gefunden, Motorräder noch ganz – was will man mehr?
Dienstag – Glockner statt Glockenläuten
Nach einem ausgezeichneten Frühstück war schnell klar: Heute geht es auf den Großglockner.
Erste Station war die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Beim Blick auf den Gletscher wurde allerdings deutlich, dass der Großglockner offenbar inzwischen auch ohne großen Eisanteil auskommt. Vom einst mächtigen Gletscher sind leider nur noch Restbestände zu bewundern. Natürlich durfte auch die Edelweißspitze nicht fehlen.
Bei erfreulich geringem Verkehrsaufkommen kam der eigentliche Zweck unserer Reise – nämlich Motorradfahren – voll zur Geltung. Kurve um Kurve wurde abgearbeitet, wobei der Spaßfaktor eindeutig höher lag als der Verbrauch an Reifen.
Über Bruck an der Großglocknerstraße, St. Johann im Pongau, Radstadt, Ober- und Untertauern und den Katschberg ging es schließlich wieder Richtung Hotel.
Kurz vor dem Ziel stand dann noch eine besondere Tagesübung auf dem Programm: Regenbekleidung anziehen. Für eine Regenfahrt von ungefähr zehn Minuten.
Ein beeindruckendes Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen – aber Sicherheit geht schließlich vor. Und wer weiß, vielleicht war es ja auch nur eine Art gemeinsames Ankleidetraining.
Mittwoch – Drei Mautstraßen und kein schlechtes Gewissen
Am Vorabend wurde beschlossen, für den Mittwoch eine neue Tour zusammenzustellen. Schließlich wollten wir die in der Kärnten Card inkludierten Mautstraßen nicht einfach ungenutzt lassen. Das wäre ja fast schon Verschwendung gewesen.
Den Auftakt machte die Malta-Hochalmstraße: 14,4 Kilometer durch das „Tal der stürzenden Wasser“ bis zur höchsten Staumauer Österreichs.
Danach wartete die Nockalmstraße auf uns. 34 Kilometer feinster Kurvenspaß durch den Biosphärenpark Nockberge – also
genau das richtige Gelände für eine Motorradgruppe, die eigentlich nur „kurz eine Runde fahren“ wollte.
Als dritte Mautstraße stand die Goldeck-Panoramastraße auf dem Programm. Noch einmal 14,5 Kilometer hinauf bis zum Endparkplatz Seetal auf rund 1.900 Metern Seehöhe.
Drei Mautstraßen an einem Tag – und dank Kärnten Card musste wenigstens niemand beim Passieren der Schranken nervös nach Kleingeld suchen.
Ein ausgesprochen erlebnisreicher Tag, bei dem auch für den einen oder anderen Teilnehmer die eine oder andere Mautstraße erstmals unter die Räder kam.
Am Abend gab es dann noch Verstärkung: Steffen stieß zur Runde.
Er hatte es trotz bereits erreichtem Pensionsalter nicht geschafft, sich früher von seiner geliebten Arbeit loszureißen. Wir waren froh, dass er schließlich doch noch den Weg zu uns gefunden hatte.
Donnerstag – Der Tag der Pässe
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des internationalen Kurvensammelns.
Über das Nassfeld ging es nach Italien, weiter über Sella Nevea und den Predilpass nach Slowenien. Dann folgten das Soča-Tal und der Vršič-Pass.
Leider war der Verkehrsaufwand dort inzwischen ebenfalls auf einem Niveau angekommen, bei dem man sich stellenweise fragen musste, ob wir eigentlich eine Motorradtour oder eine mobile Verkehrszählung veranstalteten. Der Mangart musste deshalb leider aus dem Programm genommen werden. Aufgrund des großen Andrangs wären längere Wartezeiten zu erwarten gewesen – und Warten gehört bekanntlich nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen einer Motorradgruppe.
Also zurück nach Österreich über den Wurzenpass. Da wir noch eine kostenlos befahrbare Straße auf unserer Kärnten-Card-Liste hatten, wurde kurzerhand die Villacher Alpenstraße eingeschoben. 16 Kilometer Fahrspaß hinauf auf den Dobratsch, dazu tolle Aussichtspunkte – ein würdiger Abschluss des letzten großen Tourtages.
Damit waren auch die letzten offenen Kurven und Mautstraßen abgearbeitet.
Freitag – Heimfahrt? Von wegen!
Auch die Heimfahrt sollte nicht einfach aus der Überwindung möglichst vieler Kilometer bestehen.
Schließlich waren wir zum Motorradfahren da – und nicht zum möglichst effizienten Heimtransport.
Die geplante Route wurde allerdings schon im Vorfeld als „nicht unbedingt für Mitfahrende geeignet“ angekündigt. Rund 450 Kilometer Rückreise könnten gewisse Anforderungen an Sitzfleisch und Durchhaltevermögen stellen.
Die Strecke hatte es dann auch tatsächlich in sich: Ochsenriegel – Prebersattel – Krakauebene – Sölkpass – Sölktal – Ennstal – Gesäuse – Radstätter Höhe – Hochschwab – Gschöder – Illmitzkogel – Alpl – Josefsberg – Gscheid – Ochssattel – Kalte Kuchl – Haselrast – Hals – Bad Vöslau.
Mit jedem gefahrenen Kilometer wurde das Heimweh spürbarer. Oder war es doch nur der Wunsch nach einer ordentlichen Dusche und einem bequemen Sessel?
In Mariazell war zunächst eine Verabschiedung geplant, da der eine oder andere überlegte, die Heimfahrt etwas abzukürzen.
Aber wie es bei Clubtouren so ist: Wenn man schon gemeinsam losgefahren ist, fährt man auch gemeinsam weiter. Und so blieb die Truppe tatsächlich bis zur Kalten Kuchl zusammen. Dort wurde von einigen noch ein letzter Stopp eingelegt.
Karl, Susanne und ich zogen die geplante Route bis Bad Vöslau durch.
Fazit
Rückblickend war es wieder einmal eine richtig schöne Clubtour mit Freunden.
Wir hatten Pässe, Mautstraßen, Italien, Slowenien, Großglockner, Nockberge, Regen, Sonne, Kurven ohne Ende und natürlich genügend Benzingespräche. Die Motorräder haben durchgehalten, die Fahrer ebenfalls – mehr oder weniger.
Und am Ende bleibt vor allem eines:
Eine Woche, viele Kilometer, unzählige Kurven und jede Menge gemeinsame Erlebnisse. Genau dafür fährt man mit Freunden Motorrad.
Danke an alle, die dabei waren – und bis zur nächsten Tour!
Euer Reini